Kurzbeschreibung
Das Projekt entwickelt ein innovatives Gesamtkonzept zur effizienten Kühlung von Rechenzentren und zur sinnvollen Nutzung der entstehenden Abwärme durch deren Einspeisung in ein kaltes Nahwärmenetz. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung einer technischen und energetischen Schnittstelle zwischen Rechenzentrumskühlung und kommunaler Wärmeversorgung. Diese soll es ermöglichen, die hohe Abwärmemenge, die in Rechenzentren kontinuierlich anfällt, nutzbar zu machen – etwa zur Beheizung angrenzender Quartiere.
Ziel ist es, einen Beitrag zur Dekarbonisierung digitaler Infrastrukturen zu leisten und gleichzeitig die gesetzlichen Anforderungen an Energieeffizienz (PUE < 1,2) und Abwärmenutzung gemäß dem Energieeffizienzgesetz zu erfüllen. Die Integration in kalte Nahwärmenetze eröffnet hierfür neue technische und wirtschaftliche Spielräume.
Ein zentraler Baustein ist der Einsatz von Eisspeichern, die sowohl zur Flexibilisierung der Kälteversorgung als auch als Notkühlsystem dienen können. Diese Speicher fungieren als energetische Brücke zwischen Kühlung und Wärmenutzung. Sie sichern die Hochverfügbarkeit der Rechenzentrumskühlung ab und ermöglichen gleichzeitig eine thermisch und hydraulisch stabile Einbindung ins Nahwärmenetz.
Methodisch stützt sich das Vorhaben auf detaillierte Systemsimulationen und umfassende Praxiserfahrungen, die insbesondere in Kooperation mit dem High Performance Computing Center Stuttgart (HLRS) aufgebaut wurden. Die hier entwickelte Modellbasis gilt als eine der fortschrittlichsten in der Simulation thermischer Rechenzentrumssysteme und bildet die Grundlage für die praxisnahe Auslegung der Speicher- und Regelungstechnik.
Mit dem Projekt wird ein bislang fehlender systemischer Ansatz zur klimaschonenden Verknüpfung von digitaler Infrastruktur und Wärmeversorgung realisiert – technologisch anspruchsvoll, skalierbar und übertragbar. Es richtet sich an Rechenzentrumsbetreiber, Stadtwerke, Energieversorger, Planungsbüros und kommunale Akteure, die auf der Suche nach übertragbaren Lösungen für die Integration digitaler Infrastrukturen in eine nachhaltige Wärmeversorgung sind.
Laufzeit
01.08.2025 – 31.07.2027
Projektpartner
Finanzielle Förderung
Das Projekt SKARK wird im Rahmen des Förderprogramms Invest BW gefördert.
Dr.-Ing. Henner Kerskes
Arbeitsgruppenleiter
Aini Maixiwuer, M.Sc.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter